Antibiotika – mit ihrer schnellen Wirkung z.B. bei schweren Infektionen sind sie in der modernen Medizin kaum wegzudenken. Studien weisen jedoch darauf hin, dass die unkritische Langzeiteinnahme von Antibiotika überdacht werden sollte.
 
Antibiotika gehören zu den weltweit am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Bei all ihren offensichtlichen Vorteilen ist die Schattenseite jedoch nicht zu vernachlässigen. Antibiotika verändern nachweislich die Darmflora und können sie schädigen, was zum Beispiel zu einem schlechteren Abwehrmechanismus gegen eindringende Krankheitserreger und dadurch zu Entzündungen führt. Frühere Studien gaben bereits Hinweise darauf, dass eine geschädigte Darmflora eine Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielen könnte.
 
Eine Forschergruppe aus Boston untersuchte nun den Zusammenhang zwischen der Langzeitanwendung von Antibiotika und der Entstehung von Darmkrebs bei über 16.000 Frauen. Bei Frauen, die im jungen und mittleren Erwachsenenalter über einen Zeitraum von mindestens 2 Monaten Antibiotika einnahmen, wurden ab 60 Jahren häufiger Darm-Polypen als Vorstufe von Darmkrebs festgestellt. Ebenso wurden vermehrt gutartige Geschwülste (Adenome) beobachtet, teils mit hohem Risiko, sich zu bösartigem Darmkrebs umzuwandeln.
 
Somit konnte ein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer längeren Antibiotika-Einnahme in jüngeren Jahren und einem gesteigerten Risiko für Darmkrebs nachgewiesen werden.
 
Sollten sich diese Daten in weiteren Studien bestätigen, sollte die unkritische Einnahme von Antibiotika überdacht sowie die Langzeiteinnahme limitiert werden.
 
Quelle: Cao Y et al. Long-term use of antiobiotics and risk of colorectal adenoma. Gut 2017; 0: 1 – 7.
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