In den Industriestaaten erkranken immer mehr Kinder und Jugendliche an einer nicht alkoholischen Fettleber (NAFL). Experten schätzen den Anteil der Betroffenen auf bis zu zehn Prozent. Nun haben britische Wissenschaftler herausgefunden, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel zu dieser Entwicklung beitragen könnten. Außerdem konnten die Forscher ein Gen identifizieren, das darüber entscheidet, wie schwer die Erkrankung im Einzelfall verläuft.
 
Für die Studie hatten die Wissenschaftler vom King’s College in London 120 Kinder untersucht, die an einer NAFL erkrankt waren. Dabei entdeckten sie den Zusammenhang zwischen den niedrigen Vitamin-D-Spiegeln der betroffenen Kinder und ihrer Lebererkrankung. So zeigten die Studienteilnehmer nicht nur während der Wintermonate, sondern über das gesamte Jahr hinweg niedrige Vitamin-D-Spiegel. Beim Großteil der Kinder waren die Spiegel des Vitamins sogar deutlich zu niedrig. Bei einer genetischen Analyse fanden die Wissenschaftler außerdem eine Variante der Gens NADSYN1, die mit der Schwere der Lebererkrankung bei den Kindern in Zusammenhang stand.
 
Bereits in früheren Studien hatten Wissenschaftler bei Kindern einen Vitamin-D-Mangel und eine steigende Zahl von Rachitis-Erkrankungen ausgemacht und dies mit der zunehmenden Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen in Zusammenhang gebracht. Gründe dafür seien unter anderem, dass Kinder immer seltener im Freien spielten und Eltern dabei auf einen guten Sonnenschutz achteten, erklärten die Forscher.
 
„Dass es gelungen ist, ein Gen zu identifizieren, das den Verlauf der Erkrankung beeinflusst, könnte möglicherweise dabei helfen, neue Therapien oder Diagnosemöglichkeiten für diese zunehmend an Bedeutung gewinnende Krankheit zu entwickeln“, sagte Prof. Jean-Francois Dufour von der Universität Bern, der Vorsitzende der Europäischen Gesellschaft für Leberforschung.
 
Quelle: European Association for the Study of the Liver, April 2014