Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge, lassen sich fußballbegeisterte adipöse Männer für eine erfolgreiche Teilnahme an Programmen zur Gewichtsreduktion motivieren, wenn diese im Stadion ihres favorisierten Fußballclubs durchgeführt werden.
 
Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) als Folge eines ungesunden Lebensstils kann eine Vielzahl von Erkrankungen begünstigen, beispielsweise die Entwicklung einer Fettleber, deren chronisch progrediente Form, die Fettleberentzündung, einen Risikofaktor für Leberzirrhose und Leberzellkarzinom darstellt.
Bereits eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10% kann bei Adipositas von erheblichem gesundheitlichem Nutzen sein. Allerdings fehlt den Betroffenen vielfach die Motivation zum Abnehmen. Vor allem übergewichtige Männer finden nur schwer Zugang zu Gewichtsreduktionsprogrammen.
Auf der Suche nach neuen Wegen hatten schottische Wissenschaftler daher den Einfall, die vielfache Begeisterung von Männern für den Fußball-Sport auszunutzen und untersuchten dies im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie.
747 übergewichtige bzw. adipöse männliche Fußballfans mit einem Body Mass Index (BMI) von 28 kg/m² und höher nahmen an der Studie teil.
Die eine Untersuchungsgruppe absolvierte ein spezifisch auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Programm zur Gewichtsreduktion und trainierte dabei regelmäßig im Stadion des Fußballclubs, dessen Anhänger sie waren. Die andere Gruppe war für 12 Monate auf einer Warteliste und erhielt kein spezielles Programm. Alle Teilnehmer bekamen zudem ein Selbsthilfebuch mit allgemeinen Informationen zum Gewichtsmanagement.
Das Ergebnis: nach 12 Monaten hatte die Gruppe, die das Programm durchgeführt hatte, signifikant mehr Gewicht verloren als die Wartegruppe. Die durchschnittliche Gewichtsreduktion lag bei 4,4%. Dies spiegelte sich auch in einem signifikant geringeren Hüftumfang und einer signifikant größeren Abnahme des BMI wieder. Die Fußballfans, die am Gewichtsreduktionsprogramm teilnahmen, verloren mehr Körperfett, ernährten sich gesünder und waren in einer besseren psychischen Verfassung. Die subjektive Lebensqualität nahm zu.
 
Quelle:
Hunt et al. Lancet 2014; 383(9924):1211-21
Weiß et al. Dtsch Ärztebl Int 2014; 111:447-452