Dass Übergewicht mit vielen gesundheitlichen Bedenken einhergeht, ist bekannt. Dass Fettleibigkeit schon bei kleinen Kindern zu schweren Lebererkrankungen führen kann, ist aber den Wenigstens bewusst. Eine aktuelle Studie fordert nun dazu auf, frühzeitig einzugreifen.

Die Zahlen sind erschreckend: Ungefähr 10% der Kinder und Jugendlichen aller Gewichtskategorien haben eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFL). Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen entwickeln ca. 30%, bei stark übergewichtigen sogar fast 50% eine NAFL. Dass selbst schon die Kleinsten betroffen sein können, zeigt nun eine aktuelle Untersuchung in den USA.

In dieser Studie fanden Forscher heraus, dass besonders Kleinkinder im Alter von ca. 3 Jahren mit einem größeren Taillenumfang sowie Kinder, die bis zum Alter von ca. 8 Jahren stark an Gewicht zunehmen, gefährdet sind. Diese Kinder wiesen erhöhte ALT-Werte (Alanin-Aminotransferase) auf, die auf eine Schädigung der Leberzellen hindeuten.

Auch wenn die Fettleber gerne als eher harmlose Begleiterscheinung von Übergewicht betrachtet wird, entsteht bei bis zu jedem zweiten Betroffenen durch die hohe Fettablagerung eine Entzündung der Leber. Diese kann auch schon bei Kindern das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs erhöhen.

Somit unterstreichen diese alarmierenden Ergebnisse den dringenden Handlungsbedarf, Übergewicht bei Kleinkindern ernst zu nehmen und eine Fettlebererkrankung durch den Arzt frühzeitig abzuklären. Um ernsthaften Lebererkrankungen entgegenzuwirken, gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene: Ernährungsumstellung und Sport fördern nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit der Leber.

Quelle: Baidal JAW et al. Associations of Early to Mid-Childhood Adiposity with Elevated Mid-Childhood Alanine Aminotransferase Levels in the Project Viva Cohort. Journal of Pediatrics 2018; 197:121-127. DOI: 10.1016/j.jpeds.2018.01.069

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