Tübinger Wissenschaftler propagieren Rolle von Leberhormonen
 
Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Bislang ging man davon aus, dass zunehmendes Übergewicht und die Fettmasse der Bevölkerung hauptsächlich für diese Epidemien verantwortlich sind. Neueren Erkenntnissen zufolge kann aber auch eine Fettleber die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 und kardiovaskulären Erkrankungen begünstigen. Bislang war allerdings weitestgehend unklar auf welche Art und Weise dies geschieht.
 
Das Wissenschaftlerteam um Professor Stefan am Universitätsklinikum Tübingen fand nun heraus, dass hierbei bestimmte von der Leber gebildete Hormone eine Rolle spielen. Diese werden als Hepatokine bezeichnet und von einer verfetteten bzw. entzündeten Leber in verstärktem Maße gebildet. Einer der wichtigsten Vertreter dieser Klasse ist das Eiweiß Fetuin-A, das u. a. die Wirkung von Insulin verschlechtert. Weitere wichtige Hepatokine sind z. B. das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) und FGF-21.
 
Da Fettmasse und Fettgewebs-Hormonkonzentration im Blut nur bedingt das Risiko für Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen vorhersagen, kommt dem Ergebnis womöglich eine besondere Bedeutung in der Diagnostik zu. „Die Bestimmung von Hepatokinen im Blut kann in Zukunft nicht nur dazu dienen, eine Fettleber früher zu diagnostizieren, sondern auch das Risiko für Stoffwechselerkrankungen, vor allem bei normal- bis leicht übergewichtigen Menschen besser vorherzusagen“, so Professor Stefan.
 
Quellen:
Stefan N, Häring HU. Nat Rev Endocrinol. 2013 Mar;9(3):144-52. doi: 10.1038/nrendo.2012.258. Epub 2013 Jan 22.
Pressemitteilung des Universitätsklinikum Tübingen vom 26.02.2013