Diagnose der hepatischen Enzephalopathie

Bei chronischer Lebererkrankung an eine hepatische Enzephalopathie (HE) denken

Experten gehen davon aus, dass bei chronischen Lebererkrankungen wie z.B. einer Fettlebererkrankung oder einer Leberzirrhose sehr häufig auch eine HE entsteht. Da einer HE immer auch eine Lebererkrankung zugrunde liegt, müssen sowohl die Lebererkrankung als auch die HE diagnostiziert werden.

 

Rechtzeitige Diagnose ist wichtig

Je früher die HE diagnostiziert und behandelt wird, desto weniger kann die Erkrankung fortschreiten und desto besser lassen sich die Symptome, die Lebensqualität  und der Allgemeinzustand des Patienten kontrollieren.

 

Klinische Symptome wichtig

Für die Diagnose der HE sind die klinischen Symptome eine wichtige Grundlage. Hiermit sind die von außen erkennbaren und vom Patienten und Angehörigem beschreibbaren Symptome gemeint, wie z.B. Müdigkeit, Zittrigkeit, verminderte Reaktionsfähigkeit.

Anhand dieser Symptome wird auch der Schweregrad der HE festgelegt.

 

Psychometrische Tests

Zur genaueren Bestimmung der mentalen (geistigen) Verfassung wie Konzentration und Feinmotorik haben sich die sogenannten psychometrischen Tests bewährt. Hierzu zählen u.a.:

  •  Der Zahlenverbindungstest (Willkürlich angeordnete Zahlen sollen so schnell wie möglich nach ihrer Reihenfolge miteinander verbunden werden)
  • Der Liniennachfahrtest (Eine vorgegebene Linie soll so schnell wie möglich nachgezogen werden.)
  • Der Zahlensymboltest (Jeder Zahl von 1 bis 9 wird einem Symbol zugeordnet. Anschließend soll innerhalb einer bestimmten Zeit in der Zahlenreihe unter jeder Zahl das entsprechende Symbol gezeichnet werden.).

Diese Tests sind auch geeignet um den Verlauf der Therapie zu untersuchen.

 

Relativ neu ist der sogenannte „Stroop-Test“. Bei diesem Test müssen Farben zum Text zugeordnet werden. Die Anwendung „Encephal-App“ ist frei online erhältlich.

 

Neurologische Untersuchungen

Zusätzlich können in Kliniken oder spezialisierten Leberzentren noch neurologische Untersuchungen wie z.B. die kritische Flimmerfrequenzanalyse (CFF) oder eine Elektroenzephalographie (EEG) durchgeführt werden.

 

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen stehen für die Diagnose der HE nicht im Vordergrund. Die Bestimmung des Blutammoniaks ist nicht ganz einfach und mit Fehlerquellen behaftet (Probe muss sofort bis zur Analyse gekühlt werden). Sie sind jedoch zur Diagnose und Verlaufskontrolle der zugrundeliegenden  Lebererkrankung sehr  hilfreich.

 

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