Schweregrade der hepatischen Enzephalopathie (HE)

Die hepatische Enzephalopathie (HE) wird nach den West-Haven-Kriterien in vier Schwere-Grade eingeteilt, wobei zusätzlich eine latente Form (minimale HE) mit einbezogen wird. Die Symptome reichen dabei von der klinischen Unauffälligkeit bis zum tiefen Leberkoma. Die latente Form der hepatischen Enzephalopathie ist bei 60 – 80 % der Zirrhose-Patienten nachweisbar. Und schon das latente Stadium besitzt eine erhebliche Bedeutung: ein Großteil dieser Patienten gilt bereits als fahruntüchtig und ist sowohl bei manuellen Berufen mit Arbeit an Fließbändern und im handwerklichen Bereich als auch in der intellektuellen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

SchweregradSymptomatikPsychometrie
Grad 0keine Störungpathologisch
Grad 1Geringe Bewußtseinstrübung, Euphorie oder Ängstlichkeit, verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Müdigkeit, Rechenschwäche (Addition)pathologisch
Grad 2Lethargie oder Apathie, geringfügige zeitliche oder örtliche Desorientiertheit, geringfügige Persönlichkeitsveränderungen, inadäquates Verhalten, Rechenschwäche (Subtraktion)pathologisch
Grad 3Somnolenz (abnorme Schläfrigkeit) bis Semistupor (Starrezustand bei Bewusstsein), Reaktion auf verbale Reize, Verwirrtheit, starke Desorientiertheitpathologisch
Grad 4Koma (keine Reaktion auf verbale Reize oder Schmerzreize)pathologisch

Psychometrische Tests:

Zur Diagnose der hepatischen Enzephalopathie werden neben den klinischen Symptomen sogenannte psychometrische Tests benutzt. Mit Hilfe von Zahlenverbindungstest, Liniennachfahrtest und ähnlichem werden Parameter, wie z. B. Konzentrationsfähigkeit, Feinmotorik und logisches Denken bestimmt. Diese Tests können die Diagnose unterstützen, sind aber auch zur Verlaufskontrolle geeignet.