Weitere mögliche Symptome

Müdigkeit

Am häufigsten klagen leberkranke Menschen über allgemeine Müdigkeit, Mattigkeit, Antriebsschwäche, Schwächegefühl und Lustlosigkeit. Die ursächlichen Zusammenhänge sind allerdings bislang nur teilweise bekannt.

Blähbauch

Auch ein "geblähter Bauch", also eine Luft- bzw. Gasansammlung im Darm, die mehr oder weniger unangenehme Beschwerden verursacht, kann ein Krankheitszeichen "in Sachen Leber" sein.

Bauchwassersucht

Vor allem bei der Leberzirrhose kann sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle ansammeln; der Leib wölbt sich dabei dick vor. Dies nennt man Bauchwassersucht. Der medizinische Fachausdruck dafür lautet Aszites. Dieses Symptom – eine Komplikation der Leberzirrhose – tritt meist erst in späteren Stadien der Erkrankung auf.

Druckgefühl im rechten Oberbauch

Manche Patienten leiden unter einem Druck- oder dumpfen Schmerzgefühl auf der rechten Oberbauchseite in der Gegend "über" der Leber. Meist sind diese Schmerzen von starken Blähungen begleitet. Diese Schmerzempfindungen gehen zum Teil von der Leberkapsel aus, da die Leber selbst keine Schmerznerven besitzt. Vor allem bei einer raschen Größenzunahme der Leber, z.B. bei plötzlicher Anschwellung infolge einer akuten Herzkrankheit, kann es über die Anspannung der Leberkapsel zu Schmerzen kommen. Meist sind die genannten Beschwerden jedoch durch die begleitenden Darmfunktionsstörungen bedingt.

Appetitverlust und Gewichtsveränderungen

Ein auffallendes Krankheitszeichen bei fast allen akuten und fortgeschrittenen Leberkrankheiten ist der mangelnde Appetit. Die Patienten nehmen ausgesprochen wenig Nahrung zu sich und verlieren stark an Gewicht, wenn nicht durch eine Wasseransammlung im Bauch oder in den Beinen (Ödem) ein höheres Körpergewicht vorgetäuscht wird.

Juckreiz am ganzen Körper

Hat sich aus irgendeinem (auf jeden Fall krankhaften!) Grunde eine Rückstauung der Gallenflüssigkeit in die Leber und schließlich auch ins Blut entwickelt, so kann ein quälender Juckreiz entstehen. Er wird durch Gallensäuren und andere, zum Teil noch unbekannte Gallen-Bestandteile verursacht, die sich infolge der Stauung im Blut anhäufen und daraufhin in der Haut ablagern.

Blutungen aus "Umgehungsgefäßen"

Als Folge des bei der Leberzirrhose erhöhten Blutdrucks in der Pfortader kann es zur Ausbildung von Krampfadern an der unteren Speiseröhre und im Magen sowie zu Hämorrhoiden kommen. Alle diese stark erweiterten Venen haben die Aufgabe, Blut von der jetzt unter höherem Druck stehenden Pfortader in den Körperkreislauf umzuleiten und dadurch den erhöhten Druck in der Pfortader zu senken. Sie dienen sozusagen als Umgehungsstraßen. Bei Verletzung solcher Gefäße, vor allem der Krampfadern an der Speiseröhre (der medizinische Fachbegriff dafür lautet Ösophagusvarizen), können schwere lebensgefährliche Blutungen auftreten. Durch eine Blutstauung in den überdehnten venösen Gefäßen des Magens kommt es zu einer Anschwellung der Schleimhaut, die dabei sehr empfindlich gegenüber geringsten Schädigungen wird. Wenn bei einer Magenblutung das Blut nicht sofort erbrochen wird, nimmt es seinen Weg über den Magen-Darm-Trakt und wird nach einem oder mehreren Tagen mit dem Stuhl entleert. Der Stuhl sieht dann schwarz aus. Die Ärzte nennen ihn deshalb Teerstuhl.

Gelbsucht

Das bekannteste und auch für den Laien augenfälligste Merkmal einer Lebererkrankung ist die Gelbsucht. Die typische Gelbfärbung der Haut, der Schleimhäute und vor allem die Gelbfärbung der Augen entstehen durch eine Vermehrung des gelben Gallenstoffes (Bilirubin) im Blut und im Gewebe.

Hormonelle Veränderungen

Chronische Lebererkrankungen können bei Frauen dazu führen, dass die Monatsblutungen unregelmäßig werden oder auch für längere Zeit ganz ausbleiben. Wenn sich die Leberfunktion durch eine entsprechende Behandlung bessert, normalisiert sich meist auch der Monatszyklus wieder. Bei Männern werden Potenzstörungen und eine Schwellung der Brustdrüse beobachtet.